Im Frühjahr 2021 konnten wir für den Eingangsbereich des Kirchgemeindehauses an der Lutherkirche mit „Jonas“ und dem „Verkündigungsengel“ zwei Arbeiten von Michael Hofmann erwerben. Sie sind in den Jahren 2000 und 2001 entstanden. Schon damals hatte der in Chemnitz geborene und in Radebeul lebende Maler und Grafiker die Idee, uns dazu noch eine dritte Arbeit zu schenken. Wir sind dem Künstler von Herzen dankbar, dass er diesen Gedanken nun Ende des Jahres 2025 in die Tat umgesetzt hat.
Mit „Petrus und der Hahn“ haben wir uns für einen dritten der für Michael Hofmann so charakteristischen Farbholzschnitte entschieden, im Unterschied zu den beiden bereits vorhandenen Arbeiten im Querformat. Die 2020 entstandene Grafik gestaltet die in allen vier Evangelien des Neuen Testaments überlieferte Verleugnung des Petrus in der Nacht, in der Jesus verhaftet worden war. Keines der kanonischen Evangelien hat diese beschämende Szene verschwiegen, so dass sie immer auch als eine bleibende Mahnung an die Kirche verstanden worden ist. Diese Mahnung konzentriert sich im Motiv des krähenden Hahns, der den Jünger daran erinnert, wie ihm Jesus sein Versagen angekündigt hatte. Bei Michael Hofmanns Gestaltung werde ich an Darstellungen dieser Szene erinnert, die Otto Dix Anfang der 1960er Jahre lithographiert hat. Auch darin dominiert der Hahn das Bild, während Petrus in einer abwehrenden und zutiefst beschämten Haltung zu sehen ist, meist am unteren Bildrand. Vor dem nächtlichen Hintergrund verwendet Hofmann neben der schrillen Signalfarbe Rot scharfe Kontrastlinien zwischen Schwarz und Weiß. Sie mögen verdeutlichen, dass in diesem Geschehen der Bruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit schmerzhaft zu Tage tritt, dem sich auch die Kirche auf ihrem Weg immer wieder stellen muss.
Wir freuen uns, dass wir die künstlerische Gestaltung des Eingangsbereichs im Kirchgemeindehaus nun abschließen konnten und danken Michael Hofmann für die großzügige Schenkung.
Christof Heinze