Von jedem Baum im Garten darfst du essen. Aber vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen. Sobald du davon isst, wirst du sterben.“ Gottes Stimme tief in seinem Inneren war verschütt gegangen. Später entdeckte Gott Adam hinter Bäumen. Die Frucht vom Paradiesbaum hatte zwar lecker geschmeckt, aber seltsamerweise war Adam seitdem voller Schamgefühl. Nackt traute er sich nicht vor Gottes Angesicht. Auch erkannte Adam von nun an Gut und Böse – eine neue Welt tat sich ihm auf, ob das eine bessere war…? Adam war zutiefst verunsichert. Heute scheint das Paradies in weite Ferne gerückt. Es ist, als wenn der Mensch aus den Armen Gottes herausgefallen ist. Der Apfel ("malus" heißt im Lateinischen nicht nur "Der Apfel" sondern auch "das Böse"!) ist seitdem Symbolfrucht für diesen einen Moment, wo sich die Tür zum Paradies hier auf Erden für immer schloss. Für immer…? Jetzt feiern wir Advent. Wir bitten Gott: „Schließ uns wieder auf die Tür zum schönen Paradies.“ Wir freuen uns auf Weihnachten – auf das Geburtstagsfest seines Sohnes. Jesus geht mit offenen Armen auf die Menschen zu, er fängt sie auf auch in der Schwere ihrer bösen Taten. Er öffnet wieder die Tür zum Paradies und lässt die Menschen hineinschauen. Nicht nur das: Jesus selbst ist die Tür zum Paradies und der Mensch kann in seine Fußstapfen treten. Von all dem will das Paradeis erzählen. Kennen Sie das? Es wird aus sechs Stäben, grünen Zweigen, vier Äpfeln und Kerzen gebastelt. Mit seinen vier Kerzen ist es der Vorläufer des Adventskranzes und fand zu Weihnachten seinen Platz unter dem Weihnachtsbaum mit seinen roten Kugeln – dem Paradiesbaum. Und wenn wir Menschen das geschafft haben, den adventlichen Weg in den Fußstapfen Jesu bis an den weihnachtlichen Paradiesbaum mit seinen roten Früchten zu gelangen, dann können wir voller Freude mit einstimmen in den Festtagsgesang: „Heut’ schleußt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr' und Preis.“ Und uns erinnern, wie das ist, wenn Gott ganz nah und liebevoll seine Hände über uns hält, uns vergibt und Frieden schenkt. Gesegnete Advents- und Weihnachtszeit! Ihre Pfarrerin Maren Lüdeking