Die Johanneskapelle in Naundorf

Seit 1897 verhandelte man über die Anlage eines eigenen Friedhofs in Naundorf. In den Jahren 1905/06 wurde er zu Füßen der Weinberge angelegt. Hier baute Woldemar Kandier 1907/08 eine Kapelle.

Lage der Kapelle Baugeschichte der Johanneskapelle Baubeschreibung Der Innenraum der Johanneskapelle Die Orgeln der Johanneskapelle Renovierungen der Kapelle Gottesdienste in der Johanneskapelle Der Johannesfriedhof Nun ist sie 100 Jahr alt Zum 100. Geburtstag im Jahr 2007

Lage der Kapelle

Fährt oder läuft man auf der Meißner Straße in Richtung Coswig, so taucht in Höhe der Kreuzung, an der die Straße nach Naundorf abbiegt, rechter Hand ein Feld auf. Dahinter stehen Bäume, zwischen denen das ockerfarbene Gebäude und der Zwiebelturm der Johanneskapelle zu sehen sind. Kurz nachdem die Straßenbahn die Straße kreuzt, kann man nach rechts in den Kapellenweg einbiegen und erreicht nach etwa 100m die Friedhofsmauer des Johannesfriedhofs, der die Kapelle umgibt. Wenige Meter weiter tritt man durch ein schönes schmiedeeisernes Tor und steht vor der Kapelle.

Baugeschichte der Johanneskapelle

Sie ist das Werk des Architekten Woldemar Kandler (1866-1929), der sie in den Jahren 1907-1908 erbaute. Sowohl über die Anlage des Friedhofs als auch den Bau der Kapelle wurde in der Gemeinde Naundorf-Zitzschewig heftig gestritten. Zum einen befürchtete man, die Anlage eines Friedhofs würde den Wert der angrenzenden Baugrundstücke mindern, zum anderen strebte man die Bildung einer Parochie Naundorf-Zitzschewig an.

Alle Argumente, die gegen die Anlage von Friedhof und Kapelle sprachen, konnten ausgeräumt werden. Schon 1898 wurden die ersten Grundstücke für den neuen Friedhof gekauft.Da die Einwohner der beiden Gemeinden den weiten Weg bis zur Kirche in Kötzschenbroda zum Gottesdienst gehen mussten, wurde dieser seit 1897 in den örtlichen Schulgebäuden gehalten. Es entstand deshalb schon bald der Wunsch, eine Friedhofskapelle so zu errichten, dass darin auch Gottesdienste gefeiert werden konnten. Von der Errichtung einer eigenen Parochie musste jedoch aus finanziellen Gründen abgesehen werden. Erste Anfragen zur Genehmigung des Baus einer Friedhofskapelle wurden 1901 gestellt. Nach 6 Jahren langwieriger Verhandlungen erteilte das Landeskonsistorium am 28. März 1907 schließlich eine solche. Für den Bau musste ein Darlehn von 45000 Mark aufgenommen werden. Der mit dem Bau beauftragte Woldemar Kandler reichte zwei Entwürfe für das Gebäude ein, von denen derjenige im neogotischen Stil verworfen wurde. Der zweite, schlichtere Entwurf orientierte sich an der seit 1900 in Mode gekommenen Reformbaukunst. Am 21. Oktober 1907 wurde der Grundstein gelegt, das Ereignis wurde mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert. Schon am 20. September 1908 konnte die Johanneskapelle geweiht werden.

Baubeschreibung

Die Kapelle ist eine einschiffige Saalkirche mit einer Eingangshalle im Westen. Der im Osten liegende Chor erhielt sein Licht durch drei ovale Bleiglasfenster, auf denen links Johannes der Täufer, rechts Johannes der Evangelist und in der Mitte über dem Alter der segnende Christus dargestellt sind. Das Schiff wird auf beiden Seiten durch drei große Rundbogenfenster erhellt. Der westliche Eingangsbereich geht in der Mitte in den vierstöckigen Turm über, der durch eine barockisierte Turmspitze in Form einer Zwiebel abgeschlossen wird. Die Fassade der Westseite ist durch symmetrisch angeordnete Fester harmonisch gegliedert.

Links vom der Kapelle befindet sich ein kleineres Gebäude, das Paul-Gerhard-Haus, das als Gemeindehaus und als Aufbahrungshalle dient. Es war ursprünglich kleiner und erhielt seine heutige Form 1950 durch einen Anbau an der Ostseite.

Der Innenraum der Johanneskapelle

Der durch drei Stufen erhöhte Altarraum wird stark durch die drei Farbglasfenster geprägt. Seine ursprüngliche Ausstattung wurde im wesentlichen durch Naundorfer und Zitzschewiger Gemeindemitglieder gestiftet; Taufstein, Altar, Farbglasfenster, Altarleuchter, Abendmahlsgeräte, Paramente und der Teppich im Altarraum. Auf dem Altar befand sich ein Holzkreuz mit einer Holzplastik des gekreuzigten Christus. Auf den wenigen Fotos, die von der ursprünglichen Ausgestaltung der Kapelle vorhanden sind, erkennt man, dass eine mannshohe, dunkelbraune Holztäfelung den Altarraum umschloss, darüber waren die Wände dunkelblau gestrichen und mit goldfarbenen Mustern in Jugendstilform verziert. Gegenüber dem Altarraum befand sich die Orgel, die von der Firma Böhm aus Gotha gebaut worden war und 6 Register hatte. Alle Holzeinbauten, auch die Empore, wiesen einen dunkelbraunen Anstrich auf. Der Hauptraum war von einem rubinroten Sockel umgeben, über dem die Wände gelb gestrichen waren.

Die Orgeln der Johanneskapelle

Die 1908 eingebaute Orgel der Firma Böhm aus Gotha hatte nur 6 Register. Ihr Prospekt stammte aus dem 18. Jahrhundert und befand sich ursprünglich in der Kirche in Colditz. Schon bald entstand der Wunsch, die Orgel durch zusätzliche Stimmen zu erweitern. Wieder machten umfangreiche Spenden der Gemeindeglieder den Ausbau möglich. Es erfolgte eine Erweiterung um 7 Register. 1990 konnte die Orgel nicht mehr repariert werden. Die Gemeinde beauftragte deshalb die Firma Rühle aus Moritzburg mit dem Bau einer neuen Orgel, die nun 12 Register umfasste. Sie wurde in den historischen Prospekt eingefügt. Bei der Restaurierung 2007 konnte anhand von Farbproben festgestellt werden, dass die ursprünglichen Farben des Prospektes weiß und grün gewesen waren. Die Ranken waren mit Blumenrosetten in goldener Farbe geschmückt. Ulrike Pusch restaurierte 2007 den Prospekt und konnte ihn nahezu in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen.

Renovierungen der Kapelle

1950 bekamen die Innenwände nach Entwürfen Christian Rietschels (1908 – 1997, s. auch die Glasfenster der Friedenskirche) einen hellgrauen Anstrich und alle Holzteile wurden aufgehellt. Der Altarraum erhielt großflächige figürliche Wandmalereien. Die Darstellung links vom Altar bezog sich auf Weihnachten, die auf der rechten Seite auf Pfingsten, das Altarkreuz auf Karfreitag. Unter der Decke zog sich ein Schriftband um den gesamten Innenraum hin.

1975/76 wurde die Kapelle erneut restauriert. Dafür konnte der damalige Pfarrer E. Gehrt den Künstler Werner Juza gewinnen. Die Wandmalereien wurden beseitigt, an die Stelle des Holzkreuzes trat eines aus Stahl. Die Holzplastik des gekreuzigten Christus blieb erhalten, bekam aber durch den Künstler eine andere farbige Gestaltung.

2007/2008 Nach dem nunmehr 100-jährigen Bestehen der Johanneskapelle machte sich eine grundlegende Sanierung und Restaurierung des gesamten Bauwerkes erforderlich, obwohl aufgetretene Schäden auch vorher möglichst sofort beseitigt worden waren. So wurde das Dach mit Tonziegeln neu eingedeckt und die Dachrinne ausgetauscht. Die Außenfassade erhielt einen warmen aprikosenfarbigen (oben ist er ockerfarbig) Anstrich. Der Innenraum wurde in fast dem gleichen Ton gestrichen. Die alte Heizung wurde entfernt. Der Altarraum, der mit karminroten Fliesen belegt wurde, erhielt eine Fußbodenheizung, der Hauptraum eine elektrische Bankheizung. Das Altarkreuz aus Stahl wurde gegen das noch vorhandene Holzkreuz ausgetauscht, die Holzplastik des gekreuzigten Christus durch die Restauratorin Ulrike Pusch wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht.

2008 gestaltete die Radebeuler Künstlerin Ju Sobing mit Pastellkreiden einen neuen Wandsockel. In warmen Rottönen deutete sie in schematischer Art Menschen an, die sich im Chor der Kapelle, in dem auch das Abendmahl gefeiert wird, versammelt haben.

Ende September 2008 konnte das 100-jährige Bestehen der Johanneskapelle mit einem Festgottesdienst, in dem die Bachkantate „Gott der Herr ist Sonn und Schild“ aufgeführt wurde, begangen werden.

Die Arbeiten am Glockenstuhl und die Gestaltung der Außenanlagen konnten im Jahr 2009 abgeschlossen werden.

Gottesdienste in der Johanneskapelle

In der Johanneskapelle finden regelmäßig Sonntags 9.30 Uhr Gottesdienste statt. Weiterhin wird sie für Taufgottesdienste, Hochzeiten und Trauerfeiern genutzt. Auch finden regelmäßig Konzerte statt. Genauere Informationen finden Sie in dem Gemeindeblatt „Friedensgruß“, das auch auf der Internetseite der Friedenskirchegemeinde zu finden ist.

Der Johannesfriedhof

Dieser ist landschaftlich sehr schön gelegen und besitzt eine ganz eigene Atmosphäre. Auf ihm sind einige bekannte Persönlichkeiten bestattet, wie u.a. der Maler und Graphiker Paul Wilhelm (1886 – 1965) und der Architekt und Zwingerbaumeister Ulrich Aust (1942 – 1992).

Am Johannestag (24. Juni) trifft sich die Gemeinde nach einem Abendgottesdienst zum Johannesfeuer und festlicher Bläsermusik auf dem hinteren Teil des Friedhofs. Der Friedhof ist täglich geöffnet.

Der Inhalt dieser Seite wurde z.T. dem Heft 1 „Einblicke – die Radebeuler Johanneskapelle“ entnommen, das im Auftrag der Friedenskirchgemeinde von Claudia Schinske erstellt wurde. Wenn Sie mehr erfahren wollen, so empfehlen wir Ihnen dieses Heft, das sowohl im Pfarramt als auch in der Friedenskirche und in der Johanneskapelle erhältlich ist.

Seit 1897 verhandelte man über die Anlage eines eigenen Friedhofs in Naundorf. In den Jahren 1905/06 wurde er zu Füßen der Weinberge angelegt. Hier baute Woldemar Kandier 1907/08 eine Kapelle, einen einschiffigen Saalbau mit Dreiachtel-Schluß und einem in den schlichten Baukörpereingefügten Westturm, der sich mit seiner barockisierenden Haube in die Lößnitzlandschaft bestens einfügt. Die Innenausstattung wurde bei einer Erneuerung 1975/76 durch Werner Juza neu geordnet und gestaltet, wobei ein Großkruzifix von 1908 wieder in den Mittelpunkt gestellt wurde. Drei Farbfenster zeigen Christus, Johannes den Täufer und den Evangelisten als Halbfiguren.

Nun ist sie 100 Jahr alt

Die Johanneskapelle um 1910

Zwei Jahre alt war das Gotteshaus, als 1910 diese Aufnahme entstand. Nach umfangreicher Vorbereitung und zweijähriger Bauzeit konnte die Gemeinde 1908 die Kirche in Besitz nehmen und weihen.
Schon lange, seit 1897, verhandelte man über die Anlage eines eigenen Friedhofes - der Gang nach Kötzschenbroda war immer sehr weit. Aber einige Bewohner hatten Bedenken, wenn in ihrer Nähe nun ein Friedhof entstehen sollte. Sie befürchteten, dass die Nähe eines Friedhofes die Wohnqualität schlecht beeinflussen würde.

Schließlich wurden alle Zweifel zerschlagen, der Friedhof konnte angelegt und eine kleine Kirche geplant werden. Beauftragt wurde der damals sehr gefragte Woldemar Kandler aus Dresden (er war auch der Architekt der Pesterwitzer Kirche und der neuen Kirchen in Coswig und Klotzsche). Als der Bau vollendet war, stellte man einstimmig fest, dass sich die Kapelle bestens in die Lößnitzlandschaft einfügt. Der Architekt nannte sie "zwar nicht sein größtes, aber bestes Werk".

Auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder alle nötigen Reparaturen mit aller Sorgfalt ausgeführt wurden: Eine dringende Renovierung war nötig. Dank vieler Spenden gelang es, im Jahr 2007 Dach und Außenputz zu erneuern. Im Inneren wurde die Decke neu verputzt, eine elektrische Heizung eingebaut und die Orgel z.T. umgebaut (Blasebalg u.a.).

Am 4. Advent konnte die Gemeinde "ihre" Kapelle wieder in Besitz nehmen.

In diesem Jahr wird nun noch der Glockenstuhl erneuert - die Kosten dafür betragen etwa 30.000 EUR.

Zum 100. Geburtstag im Jahr 2007

Faltblatt „zum 100. Geburtstag der Johanneskapelle Radebeul-Zitzschewig“

Die Renovierung unserer Johanneskapelle Eine Übersicht der Geschichte, ein Ausblick auf die Gestaltung des Innenraumes und über die erfolgte Renovierung im Jahr 2007. Die Inhalte dieser Seite sind aus dem Faltblatt „zum 100. Geburtstag der Johanneskapelle Radebeul-Zitzschewig“ übernommen. Das Faltblatt liegt in unseren Kirchgebäuden aus und wir bitte Sie den Flyer mitzunehmen und weiterzugeben.

Aus der Geschichte

Die Johanneskapelle ist ein Haus, dessen äußere und innere Gestalt edle Schlichtheit widerspiegelt und sich in die umgebende Land schaft harmonisch eingliedert. Der Architekt Woldemar Kandler (Dresden) nannte sie »zwar nicht sein größtes, aber bestes Werk«.

Sie wurde 1907 bis 1908 zum Preis von 21.800 Mark erbaut und bildet mit dem Paul-Gerhardt-Haus das kirchliche Zentrum der bei den ehemaligen Dörfer Naundorf und Zitzschewig. Bevor gebaut werden konnte, waren lange Verhandlungen nötig: Im Jahre 1898 waren bereits die Ankäufe der Flurstücke getätigt, drei Jahre später beschloss der Kirchenvorstand den Bau von Kapelle und Gemeindehaus.

Die Gemeinden Naundorf und Zitzschewig erhoben dagegen Einspruch: »Schon die jetzt daselbst vorzufindenden bebauten Grund stücke würden in ihrem Werte sinken, da von ihnen aus die direkte Aussicht auf den Gottes acker fiele, der wohl den weitaus großen Teil des Publikums abhalten dürfte, in jenem Orts teil Wohnung zu nehmen... Beide Gemeinden würden in ihrem Bestreben, die Bautätigkeit und damit ihren Aufschwung zu fördern, ganz bemerklich gehemmt.« Die Gemeinde Naundorf empfahl, den Friedhof in den Großstücken anzulegen.

Die übergeordnete Dienststelle, die Kircheninspektion, griff ein und konnte schließlich die Zustimmung zum Bau erreichen. Am 21. Oktober 1907 fand 17.00 Uhr eine gottesdienstliche Feierstunde zur Grundsteinlegung statt. Am 20. September 1908, 14.00 Uhr, fand der Weihegottesdienst statt.

Die Friedenskirche übergab der Johanneskapelle als Altarleuchter die beiden Messingleuchter, die 1599 von drei Gemeindegliedern gestiftet worden waren; mindestens einer von ihnen, Benedix Drache, war Naundorfer Einwohner. Der neue Kelch (zu dem drei weitere aus dem Besitz der Friedenskirche kamen) wurde von den Frauen Naundorfs, die Abendmahlskanne von den Frauen Zitzschewigs gestiftet. 1990 erhielt die Johanneskapelle die jetzige Orgel.

Gestaltung des Innenraumes

Drei umfassende Gestaltungen hat der Innenraum der Johanneskapelle erfahren.

In der ursprünglichen Ausmalung von 1908 hob sich der Altarbereich deutlich vom übrigen Raum ab. Auf dem Fußboden imitierten mehrfarbige Fliesen einen Teppich. Eine dunkelbraune, mannshohe Holztäfelung umschloss zu ebener Erde den Altarraum, darüber waren die Wände blau mit goldfarbenen Blumenmustern wie mit kostbaren Stoffen behängt.

Breite dunkelblaue Ornamentfriese bildeten die Trennung zum Hauptraum. Dort saß die Gemeinde im dunkelbraunen Gestühl, umgeben von einem rubinroten, gemusterten Sockel. Darüber waren die Wände gelb gestrichen.

An die helle Decke war nach Aussage von Zeitzeugen ein großes okkerfarbenes Kreuz mit einem runden Kranz goldener Strahlen gemalt. Alle Holzeinbauten, auch die Kanzel im Altarraum rechts, die Empore und die Orgel imitierten mit ihrem dunkelbraunen Anstrich die damals beliebten dunklen Eichenholzflächen.

Im Jahr 1950 wurde ein völlig neuer Raumeindruck geschaffen. Nach den Entwürfen von Dr. Rietschel bekamen die gesamten Innenwände einen hellgrauen Anstrich und alle bisher dunklen Holzteile eine helle Maserierung. Der Altarraum erhielt Wandmalereien. Die Szene links vom Altarkreuz bezog sich auf Weihnachten, die rechte auf Pfingsten, das Kreuz dazwischen auf das Karfreitagsgeschehen und oben im Glasfenster segnet der auferstandene Christus. Unter der Decke zog sich ein Schriftband um den gesamten Innenraum: »Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit«. (Johannesevangelium).

Eine dritte Prägung und damit sein heutiges Aussehen erhielt der Kirchenraum 1975/76. Pfarrer Gehrt konnte dafür den Radeberger Künstler Werner Juza gewinnen. Von der frühen Ausstattung des Altarraumes sind die drei Glasfenster, der Taufstein und die Holzplastik des gekreuzigten Christus erhalten.

Es sind bisher nur 4 Fotografien der früheren Raumgestaltungen bekannt. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir weitere Fotos der Johanneskapelle zur Ansicht bekämen.

Die Renovierung
Zeichen der Zeit am Orgelprospekt

Schon lange muss das Dach immer wieder repariert werden:
Die vor Jahrzehnten vorgenommene Neueindeckung mit relativ schweren Dachziegeln soll verändert werden. Damit beginnen die Arbeiten hoffentlich im Mai 2007.

Im Inneren wird die gesamte elektrische Anlage überprüft und die zum Teil 40 Jahre alte Installation auf den heutigen Standard gebracht. Im Altarraum wird die Beleuchtung verbessert. Außerdem wird eine elektrische Bankheizung eingebaut. Mit dieser Heizform werden große Temperaturschwankungen vermieden, die für die Orgel sehr schädlich sind.

Eine Hauptarbeit im Inneren wird die Erneuerung des Deckenputzes sein. Wer genau hinschaut, kann große Risse entdecken, zum Teil ist der Putz schon so angegriffen, dass er nicht mehr hält. Die Glasfenster werden ebenfalls gründlich gesäubert, schadhafte Gläser werden ausgetauscht, die Fassung für die farbigen Fenster wird überarbeitet.

Zuletzt wird eine dezente Farbgebung erfolgen - nicht so stark wie in den Anfangsjahren, aber deutlicher als nach der Renovierung von 1975/76. Auch der Orgelprospekt wird wieder eine Bemalung erhalten. Die Farbuntersuchungen haben ergeben, dass er einmal mit grünen Ranken und silbernen Blumenrosetten versehen war.

Der Altarraum wird ebenfalls umgestaltet:
Die vorhandenen Betonplatten sollen durch Solnhofener Kalksteinplatten ersetzt werden (wie schon in der Trauerhalle). Außerdem wird auf dem Altarplatz eine Fußbodenheizung installiert - das ist dann die einzige Heizmöglichkeit für Musiker und Spieler.

Während der Baumaßnahmen wird die Orgel ausgebaut sein. Beim Wiedereinbau sind kleinere Erneuerungsarbeiten nötig.